Kundenauftrag:

Reportage vom Universum Science Center in Bremen.
Einer von vielen Aufträgen als Autorin für das Online Portal „The Stuff Inside – Jim Beam“.

UNIVERSUM BREMEN

UNIVERSUM BREMEN-REPORTAGE

Teil 1

Vorspann:

VON HERZEN KOMMENDE GANZJAHRESEMPFEHLUNG: EIN TAGESAUSFLUG NACH BREMEN INS UNIVERSUM SCIENCE CENTER. FÜR NEUGIERIGE MENSCHEN VON 6 BIS 99, DIE STAUNEN, EXPERIMENTIEREN UND ERLEBEN WOLLEN! KATINKA JAEKEL WAR SCHON DA…

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Da tobt das Kind in mir vor Freude! Zum Anfassen nah, wir sind da: Im Universum Bremen – dem riesigen Abenteuerspielplatz für alle kleinen und großen Entdecker. Das Motto des Science Centers: Wissenschaftliche Phänomene aktiv mit allen Sinnen erleben. Im September feiert dieses spektakuläre Begegnungszentrum sein 10jähriges Jubiläum, vier Millionen Besucher waren schon vor uns hier. Im silbernen walfischförmigen Gebäude entführen rund 250 Mitmachstationen auf 4000 Quadratmetern in die Themenbereiche „Mensch“, „Erde“ und „Kosmos“. Dazu kommt das große Außengelände mit dem Turm der Lüfte.

 

Mit dem Bau des „Universum“ ging ein Herzenswunsch von Professor Dr. Gerold Wefer (66) in Erfüllung. Der preisgekrönte Geowissenschaftler und Meeresforscher an der Uni Bremen wollte komplexe wissenschaftliche Themen für jeden erfahrbar machen: „Sie müssen das mal erleben, wenn drei Generationen an einem Ausstellungsstück aktiv sind und etwa Meteoriteneinschläge auf der Erdoberfläche simulieren. Das ist Begeisterung, die ansteckt und für mich eine starke Motivation, weiterzumachen.“ So bringt der umtriebige Projektleiter des „Universum“ von seinen Forschungsreisen in heiße Gegenden, durch tobende Stürme oder durch das Packeis der Antarktis immer wieder neue Erkenntnisse mit.

 

Unsere Expeditionsreise startet im rostroten Würfelbau mit der Sonderausstellung „Farben. Formen. Fantasien“ über die Kreativität der Natur. Warum sind Eier eiförmig? Wie sehen Kühe eine grüne Weide? Ich merke schnell: Hier wird der Horizont erweitert. Ein Highlight ist wirklich zum schwindlig werden. Schrecklich schwindlig. Aber vor allem lustig schwindlig! Ein ganz normaler, aber um 12 Grad gekippter Raum. Schon beim ersten Blick hinein wird mir mulmig. Und als ich durchs Zimmer gehe, haut´s mich fast aus den Latschen. Leichte Schieflage? Schwer untertrieben! Weil Sehsinn und Gleichgewichtssinn unterschiedliche Informationen liefern, gerät die Wahrnehmung ins Trudeln.

 

Wieder „entschwindelt“ umfasse ich eine magische Plasmakugel mit beiden Händen. Sofort werden die leuchtenden Blitze aus dem Inneren umgeleitet und in den Handflächen sichtbar wie tausend kleine Verästelungen. Unwillkürlich muss ich an Gunther von Hagens Plastinate in seiner umstrittenen Ausstellung „Körperwelten“ denken. Faszinierend gruselig! An anderer Stelle lässt sich Seifenlauge zu einem bunt schillernden Rollo runterziehen. So vergänglich…

 

Bevor uns die Zeit davonläuft, geht´s weiter. In den Themenbereich „Mensch“ gelangen wir durch eine begehbare Gebärmutter. Wenig später mache ich den Test und erfahre: Von 989 111 Besuchern hatten bislang nur 17 die gleichen genetischen Merkmale wie ich! Und das bei nur acht getesteten Merkmalen wie Haarstruktur und Augenfarbe. Ich wusste gar nicht, dass ich sooo besonders bin. Und erfahre: drei Milliarden Informationen machen uns erst zu dem, was wir sind: Einzigartig!

 

Plötzlich finde ich mich Grimassen schneidend vor Zerrspiegeln wieder, die mich abwechselnd zum dicken Zwerg machen oder übertrieben in die Länge ziehen. Endlich ultralange Beine! Kurz darauf fällt der Blick auf amüsante Statistiken zu unserem Leben: Wir essen im Schnitt 3 ½ Jahre, darunter 7300 Eier und 165 Kilo Schokolade (da liege ich locker drüber!). Wir telefonieren 2 Jahre (viiiiel länger!!) und sitzen 6 Monate auf dem Klo (was, so lange??)

 

Wenn Ihr alle Informationen bis hierhin verdaut habt, freut Euch auf die Fortsetzung dieser Reportage aus dem „Universum“. Nächste Woche erfahrt Ihr zum Beispiel, wie es sich anfühlt, eine Nasenspitze entfernt unter einem uralten Schwergewicht zu liegen. So viel kann ich jetzt schon sagen – ziemlich erdrückend.

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