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POP LIFE

Headline:

POP LIFE

WARHOL, HARING, KOONS, HIRST…

Vorspann:

HIER HABT IHR WAS VERPASST! DIE KUNTERBUNTE POP LIFE IN DER HAMBURGER KUNSTHALLE. EIN AUSFLUG IN DIE SCHRILLE WELT DER POP-ARTISTEN ZWISCHEN KUNST, KOMMERZ UND ENTERTAINMENT. ANDY WARHOL LÄSST GRÜSSEN!

Text:

Es gibt kaum etwas, dass abwegiger wäre, als an einem wunderwarmen Frühlingstag bei knallsonnigen 26 Grad ins Museum zu gehen. Ins Museum! Ich hab´s trotzdem getan und blieb zwei schrill-amüsante Stunden. Auf der Pop Life in der Hamburger Kunsthalle: Die umfangreiche Ausstellung über 37 Vertreter der Pop Art-Bewegung huldigt vor allem ihrem exzentrischen Urvater Andy Warhol. Der studierte Grafiker und Filmemacher war besessen davon, reich und berühmt zu werden, und schaffte beides. Bei seinem Tod hinterließ er mehr als 100 Millionen Dollar.

Vor allem machte er keinen Unterschied zwischen Kunst und Kommerz. „Gute Geschäfte sind die beste Kunst“ fand der seltsam scheue Pop-Artist und schuf den neuen Begriff „Businesskunst“. Mit den kreischbunten Siebdruck-Porträts von Berühmtheiten wie Marilyn Monroe, Mick Jagger oder Grace Jones profilierte er sich in den 70er Jahren selbst als Star.

Seine kultigen Campbell´s-Dosen von 1962 dürfen natürlich in keiner Ausstellung fehlen: Auf der Pop Life gibt´s sie in den Variationen Nudelsuppe und Zwiebel-Pilzsuppe. Leider nur als Reklame-Siebdruck zum Anschauen. Mein Hunger bleibt. Und findet noch ganz andere Schaustücke, an denen er sich festbeißen kann. Zum Beispiel Jeff Koons gigantischen Gold-Bären aus Kristallglas mit farbiger Kunststoffschicht.

Zu meinen Favoriten gehören die in Gold gefassten Schmetterlingsbilder mit Diamanten (deshalb!) von Damien Hirst. Einen Tag vor dem Börsencrash 2008 ließ der Engländer 223 brandneue Werke versteigern für den Rekordbetrag von umgerechnet 127 Millionen Euro! Businesskunst in Vollendung. Hirst kann auch anders: Gleich zu Beginn der Ausstellung schockt er mit dem Exponat „Falsches Idol“. Stellt ein totes Kalb mit vergoldeten Hufen in einen goldenen Stahlglaskasten auf einen Marmorsockel.

Zum Glück endet die Pop Life fröhlich. In einer Art asiatischem Spielzeugland. Mit einem glubschäugigen, scharfzähnigen, kugelförmigen Haifischobjekt, dass juwelenbesetzte Waren von Cola über Ketchup bis Kondom im geöffneten Maul präsentiert. Ganz schön bling-bling!

Und gleich ist das Leben wieder Pop! Wer diesmal zu spät kam, der hat einiges verpasst. Aber nicht diesen Artikel. Bitteschön!

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